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Jerzy Lewczyński 30.Oktober 2008 Berlin
Stefan Kosiewski, Barbara Jędrzejczak, Jerzy Lewczyński wtorek, 06 maja 2008 Stefan Kosiewski jak chusteczka do nosa zawiązana na dobre Na gwałt potrzeba tablic ku pamięci tablic; Ausstellungseröffnung: Jerzy Lewczyński - Fotografie 30.10.2008, Donnerstag, 19:00 Uhr Polnisches Institut Berlin Jerzy Lewczyński (geb. 1924) lebt in Gliwice. Für sein fotografisches Werk und sein mit der Fotografie verbundenes Schaffen erhielt er zahlreiche Auszeichnungen und Preise. Jenseits des Bildrahmens Jerzy Lewczyński (geb. 1924) gehört zu den bedeutendsten polnischen Fotografie-Künstlern. Bereits in den 60er und 70er Jahren war er in einer informellen und „antifotografischen" Gruppe aktiv, die statt der sozrealistischen Kunst moderne Fotografie manifestierte. Lewczyński offenbarte bereits damals das, was seine Kunst kennzeichnet: er verwendet fremde Fotografien, wird als Vorreiter der visuellen Poesie bezeichnet, gehört zu den ersten Konzeptualisten und kann schließlich durch seine Grammatik des „Zitats" zu den ersten Postmodernisten gezählt werden. Aus gefundenen Fotos und Negativen, Reproduktionen und Texten komponiert er Erzählstränge und vergrößert Bildausschnitte zu eigenständigen Geschichten. Er betrachtet seine Entdeckertätigkeit als mentales Projekt, bei dem das Foto kein Endziel ist und der Künstler als Archäologe und Spurensucher handelt. Lewczyńskis Archiv ist die Fortsetzung seiner Fotografie. Angesichts der unermesslichen Anzahl an visuellen Tatsachen entdeckt der Künstler vergessene Fakten. Nach seinem Verständnis der Erinnerung gibt es keine unwichtigen Bilder. Die Vielschichtigkeit seines künstlerischen Werks erlaubt unkonventionelle Lesarten oder verrückte Zusammenstellungen mit neuen narrativen Möglichkeiten. Von zentraler Bedeutung ist die Abkehr von der Auffassung seiner Kunst einzig als Teil der Fotografie, um sie nicht nur als visuelle Kunst, sondern als Element der weiten Sphäre sozialer oder politischer Erscheinungen wahrzunehmen. Stanisław Ruksza „Alles ist wichtig. Ich sammle Zeitdokumente wie Fotos, Bilder, Zeitungsausschnitte und frage mich ständig, was damit geschehen wird, wenn ich sterbe. Sammler suchen nach altem Brom-Papier. Sie bestehen darauf, dass es nobel aussehen, den richtigen Säuregehalt, seine Jahre und Unterschriften haben soll. Dieses orthodoxe Gehabe erscheint mir etwas lächerlich. Das Bild muss für sich sprechen. Und ob es in einer Zeitung, auf Papier oder auf Karton ist, spielt keine Rolle. Die Fotografie ist eine proletarische Kunst - Kunst auf Papier. Papier aber kann geschreddert und weggeworfen werden. Ich halte jede Form der Fotografie für wichtig. Ein ausgeschnittener und in einen Briefumschlag gelegter Film. Anonyme, abgeschlossene, verdeckte Fotografie. Unter der Erde vergraben. Das, was ich tue, nenne ich Archäologie. Ich mache eine Aufnahme und das Licht das scheint und seine Reste bleiben in den Silberpartikeln verewigt. Wenn wir lernen würden, diese Lichtreste und diese Sonnenenergie zu reproduzieren, könnten wir das Leben zu diesem Moment zurückdrehen. Vielleicht gelänge es, das Leben zu regenerieren. Vielleicht wäre das ein anderes Ende der Welt. Ich habe begonnen zu experimentieren. Ich vergrößere ein Negativ so stark, wie es nur möglich ist. Ich bemühte mich, ins Innere zu gelangen. Und auf der Suche nach diesem Licht, dieser Energie, die dort einst herrschte, gelangte ich an eine Grenze. Das Ungewisse – ich habe ein Foto, aber habe ich auch dieses Licht?" Gesprächsfragment Jerzy Lewczyńskis mit Magdalena Rybak. Eine Ausstellung im Rahmen des 3. Europäischen Monats der Fotografie. Ort: Polnisches Institut Berlin, Burgstr. 27, 10178 Berlin ----- Original Message ----- czwartek, 23 października 2008, kultur
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